Eselsmilch

Welche Wirkung hat Eselsmilch wirklich?

Eselsmilch enthält mehrere biologisch interessante Proteine und wird in Labor-, Tier- und Humanstudien untersucht. Gut beschrieben ist vor allem ihre besondere Nährstoff- und Protein-Zusammensetzung. Für viele weitergehende Gesundheitsversprechen reichen die klinischen Daten beim Menschen bislang nicht aus. Forschungsergebnisse sollten deshalb nach Evidenzstufe getrennt betrachtet werden.

Evidenz auf einen Blick

Thema Einordnung
Zusammensetzunggut untersucht
Hoher Anteil an Molkenproteinengut beschrieben
Lysozym / Lactoferrinbiologisch gut untersucht
Antimikrobielle Effektev. a. Labor-/experimentelle Daten
Antioxidative/antiinflammatorische Effekteüberwiegend experimentell, teils Humanforschung
Kuhmilchproteinallergieklinische Daten in ausgewählten Patientengruppen vorhanden
Behandlung von Akne, Psoriasis, Herpeskeine ausreichende klinische Evidenz für pauschale Therapieclaims
Vorbeugung von Arteriosklerosenicht als gesicherte therapeutische Wirkung darstellen

Was ist gut belegt?

Zusammensetzung

Eselsmilch zeichnet sich durch einen niedrigen Fettgehalt, relativ hohen Laktosegehalt und einen hohen Anteil an Molkenproteinen aus. Diese Zusammensetzung ist in mehreren Reviews beschrieben.

Bioaktive Proteine

Lysozym, Lactoferrin und weitere Proteine weisen bekannte biologische Funktionen auf. Forschung zu isolierten Komponenten oder Laborbedingungen darf aber nicht automatisch in eine Krankheitswirkung beim Menschen übersetzt werden.

Was stammt vor allem aus Labor- und Tierforschung?

In Reviews werden unter anderem antimikrobielle, antioxidative, immunmodulatorische und metabolische Effekte diskutiert. Ein großer Teil der zugrunde liegenden Forschung basiert jedoch auf Zellkultur, isolierten Proteinen oder Tiermodellen.

Solche Ergebnisse liefern Hinweise auf mögliche Mechanismen, belegen aber noch keine medizinische Wirksamkeit beim Menschen.

Eselsmilch bei Kuhmilchproteinallergie

Dies ist einer der Bereiche, in denen konkrete klinische Daten existieren. Studien untersuchten die Verträglichkeit bei ausgewählten Kindern mit diagnostizierter Kuhmilchproteinallergie. In einer prospektiven Untersuchung vertrugen die meisten getesteten Kinder Eselsmilch, und bei einer kleineren Gruppe wurde die Ernährung über mehrere Monate begleitet.

  • nicht jeder Patient verträgt Eselsmilch
  • Allergietests/orale Provokation gehören in medizinische Betreuung
  • bei Säuglingen muss die gesamte Nährstoff- und Energieversorgung berücksichtigt werden
  • Eselsmilch ist nicht automatisch eine vollständige Säuglingsnahrung

Haut, Akne, Psoriasis und Herpes

Für pauschale Aussagen, Eselsmilch behandle Akne, Psoriasis oder Herpes, fehlt eine ausreichende klinische Evidenz. Kosmetische Produkte können pflegende Bestandteile enthalten, sind aber nicht automatisch Arzneimittel.

Herz-Kreislauf

Fettsäureprofil und Stoffwechseleffekte von Eselsmilch werden wissenschaftlich untersucht. Aus experimentellen Daten lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Eselsmilch Arteriosklerose verhindert oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt.

Fazit

Eselsmilch ist ernährungswissenschaftlich interessant und enthält mehrere gut untersuchte Bestandteile. Der Schritt von interessanten Molekülen oder Laborergebnissen zu einer belegten therapeutischen Wirkung ist jedoch groß. Für viele populäre Gesundheitsversprechen fehlen hochwertige klinische Studien.

Gesundheitshinweis

Die Inhalte auf eselsmilch.eu dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Allergien, Unverträglichkeiten, Erkrankungen sowie bei Fragen zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern sollte medizinisches Fachpersonal konsultiert werden. Aussagen zu Inhaltsstoffen und Forschung stellen keine Heilversprechen dar.

Quellen

Weiterführend